WIE ES EUCH GEFÄLLT • WILLIAM SHAKESPEARE

PREMIERE – SAMSTAG, 14. APRIL 2018

REGIE: FRANK BEHNKE, BÜHNE: PETER SCIOR, KOSTÜME: AYSE ÖZEL, DRAMATURGIE: FRIEDERICKE ENGEL, MUSIK: MALTE PREUSS

Ich spiele den Narren Touchstone
Foto © Marion Bührle


Zum Inhalt:
Das zwischen 1599 und 1600 entstandene Stück von William Shakespeare entwirft mit der Fiktion des Ardenner Waldes eine Utopie vom freien Leben jenseits der herrschenden Ordnung. In der Natur fernab des Hofes wird alles auf den Kopf gestellt: Geschlechterrollen, Liebesbeziehungen, Weltanschauungen. Jeder ist hier, wer er sein will … Aber haben wir wirklich die Wahl? Können wir uns die Rolle, die wir im Leben spielen wollen, tatsächlich aussuchen – und so eine etablierte Ordnung verändern oder gar stürzen? Ein verlockendes Gedankenexperiment!

Besetzung:
Pius Maria Cüppers (Der neue Herzog / Amiens), Jochen Kuhl (Der alte Herzog / Le Beau), Josephine Köhler (Rosalind), Lilly Gropper (Celia), Julian Keck (Orlando), Marco Steeger (Oliver), Frank Damerius(Touchstone), Heimo Essl (Jaques), Nicola Lembach (Charles / Audrey), Janco Lamprecht (Silvius), Svetlana Belesova (Phebe)


Kritik:
Ziviler Ungehorsam
Regisseur Frank Behnke hat mit Bühnenbildner Peter Scior den Wald in ein Protestcamp verwandelt, angedeutet durch ein Getürm aus Demo-Absperrgittern, dass sich schön beklettern.
Die Bewohner, allesamt geflüchtet oder verbannt aus dem diktatorischen Herzogtum, das sich der Bruder des rechtmäßigen Herrschers angeeignet hat, geben sich flowerpower-mäßig bunt gekleidet und genießen die Freiheiten des Wälder-Lebens.
Shakespeare hat in dieser späten Komödie die bewährten Bühnenwitze (Verwechslung, Intelligenzverlust durch Liebesrausch, Läuterung der Bösen durch hartnäckige Menschenfreundlichkeit) bis zur Schmerzgrenze übertrieben.
Und liefert gleich zwei Narren mit, die sich Contra geben: Touchstone, spiegelt die Realität in mal poetischem, mal überdrehtem Witz (Frank Damerius gelingt das zugleich lustig und abgeklärt).
Nürnberg Zeitung

Wie es uns gefällt?

Unten im Baum-Turm hausen die Hippies, eine bunte Schar von Karikaturen, bei denen die Polit-Flüchtlinge Heimat finden. Unter anderem Narr (Frank Demetrius in guter Form), Philosoph (Heimo Essl punkig gestylt)
Nürnberger Nachrichten

Wie es Euch gefällt
Die eigentliche Hauptperson der Komödie ist ja Rosalinde/Ganymed (Josephine Köhler). Ihr gelingt, die auch durch ihre Kleidung angedeutete Wandlung vom noch eher unbedarften Girlie, gespiegelt in der Cousine Celia (Lilly Gropper), über den raffinierten Ganymed zur gereiften und selbstbewussten Frau virtuos auf die Bühne zu bringen. Wobei die Leistungen ihrer Kolleginnen und Kollegen den ihren kaum nachstehen. Die Nürnberger Schauspiel-Schlachtrösser Pius Maria Cüppers als neuer Herzog und Amiens, Jochen Kuhl als dessen exilierter Bruder und Höfling Le Beau, besonders Frank Damerius als Hofnarr Touchstone brillieren wie gewohnt. Wobei wir Heutige die Einsprengsel dieses Außenseiters und des Misan-thropen Jaques (Heimo Essl mit Iro-Schnitt) mit Kopf nickendem Einverständnis rezipieren – Schopenhauers pessimistische Philosophie in knapp 30 Versen zusammengefasst.
Franken.de

☚ RAUMSTATION SEHNSUCHT • OSTERMEIER/ENGEL BR2 • MUSIK FÜR BAYERN
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