RAUMSTATION SEHNSUCHT • OSTERMEIER/ENGEL

PREMIERE – SAMSTAG, 2. JUNI 2018

REGIE: PATRICIA BENECKE, MUSIK. LEITUNG: BETTINA OSTERMEIER, BÜHNE: FRANZISKA ISENSEE, KOSTÜME: BIRGIT LEITZINGER, DRAMATURGIE: FRIEDERICKE ENGEL, CHOREOGRAPHIE: TATIANA DIARA

Ich spiele den Mann mit Herz
Foto © Marion Bührle


Zum Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2018. Früher als erwartet stehen wir vor einem historischen Wendepunkt: Die Planeten Trappist 1b bis 1h können besiedelt werden, und eine ausgewählte Delegation von Erdenbewohner*innen soll bald die Raumfähre in eine andere Welt besteigen. Ein großes Wagnis – aber auch eine große Chance. Abschied, Ende, Neustart – ob man will oder nicht, das Leben hält immer wieder solche Situationen für uns bereit. Ob beim Umzug von Nürnberg nach Fürth oder auf dem Flug ins All ohne Rückfahrkarte – das Entdecken neuer Dimensionen kann überall stattfinden. Ängste, Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen gehören in jedem Fall dazu und sind mit jedem Umbruch verbunden. Bahnsteige, Flugplätze und demnächst eben vielleicht Weltraumbahnhöfe sind Schauplätze von Entscheidungen, die das Leben verändern. Natürlich liegen große Gefühle in der Luft: Liebe, Schmerz, Wut, Euphorie … und für alles gibt es die passende Musik. Man trifft sich ein letztes Mal, und jeder hat ein Lied mitgebracht, das alles ändern soll.

Besetzung:
Bettina Ostermeier (Musikalische Leitung), Frank Damerius (Der Mann mit Herz), Elke Wollmann (Die Frau mit Honig), Josephine Köhler (Die Eine von Zweien), Bettina Langehein (Die Andere von Zweien), Stefan Willi Wang (Der ganz Andere), Lilly Gropper (Die mit dem Ding), Frederik Bott (Der Sohn mit Herz), Marco Steeger (Der Fast-Ex von der Einen), Michael Hochstrasser (Der ohne Platz), Tommy Egger (A.D.), Maike Hilbig, Gerhard Gschlössl, Peter Adamietz, Peter Pelzner, Markus Rießbeck, Gustavo Strauß, Werner Treiber


Kritik:
Raumstation Sehnsucht

Am Staatstheater steht ein Wechsel an. Wie die Zukunft vieler Ensemble- Mitglieder nach der Ära von Schauspieldirektor Klaus Kusenberg aussieht, steht in den Sternen. Da passt es, dass sich das Team zum Abschied in ferne Galaxien begibt — mit vielen Pop-Songs und einer hauchdünnen, abgedrehten Science-Fiction-Story.
Am Ende hält es keinen Zuschauer mehr auf seinem Sitz. Mit stehenden Ovationen feiert das Publikum nach der Premiere von „Raumstation Sehnsucht“ das ganze Team. Den begeisterten Applaus darf man sicher auch als herzliche Abschiedsgeste für ein Ensemble verstehen, das sich in den vergangenen Jahren die breite Sympathie der Theater-Fans erspielt hat – und das unter der künftigen Theaterleitung zum großen Teil ausgetauscht wird.
So wird aus „Raumstation Sehnsucht“ eine aufgedrehte Song-Revue in der Regie von Patricia Benecke.
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Die Idee vom Leben im Weltall ist bekanntlich alles andere als neu, weshalb den Autorinnen ein riesiger Zita- tenschatz aus Kino und Literatur zur Verfügung stand. Jedi-Meister Yoda aus „Star Wars“ etwa leiht Stefan Wili Wang sein „Möge die Macht mit dir sein“ und die eigenwillige Sprache; Frank Damerius als Reiseorganisator hat seine Garderobe von der „Star- Trek“-Crew geliehen.
Nürnberger Nachrichten – Birgit Nüchterlein

Und ab fliegt die Bratwurst

Zum Ausklang der Saison serviert das Schauspielhaus Nürnberg eine farbenprächtige Musikrevue voller Verve, Leichtigkeit und Dynamik. „Raumstation Sehnsucht“ von Bettina Ostermeier und Friederike Engel feierte am Samstag unter großem Jubel Premiere.
Songs of Love and Change“ lautet der Untertitel zu diesem wunderbaren musikalischen Bilderbogen. Das Thema Abschied und Aufbruch in neue Welten ist nicht zufällig gewählt, schließlich verabschiedet sich Bettina Ostermeier nach neun Jahren als musikalische Leiterin am Schauspiel Nürnberg, und die Ära von Schauspieldirektor Klaus Kusenberg geht nach 18 Jahren zu Ende.
Es ist jedoch alles andere als ein Abend voller Rührung und Abschiedsschmerz daraus geworden. Vielmehr stehen der Spaß und die Lust, etwas Neues zu wagen, im Vordergrund. So treffen sich die unterschiedlichsten, schillernden Individuen am Albrecht- Dürer-Airport (wo sonst?), um zum Raumflug in ferne Galaxien aufzubrechen, eine Reise ohne Rückfahrkarte.
Hier passt einfach alles: Das facettenreiche Bühnenbild von Franziska Isensee mit Bällebad ala Ikea zum Abtauchen, peppiger Cocktailbar mit tollen Nixen-Hockern, Duty-free- Shop, vielen Treppen und großem Hamsterrad; die schrägen Kostüme von Birgit Leitzinger in schrillem Knallgelb und Pink bis zu fantasievollen Raumfahrtanzügen und dazu die abwechslungsreiche Choreographie von Tatiana Diara – so ergibt sich ein stimmiges Gesamtkunstwerk mit Anklängen aus den Roaring Sixties und den flippigen Seventies. Die Frage ist: Wer bleibt und wer geht? Da liegen große Gefühle in der Luft und für alles gibt es ein passendes Lied.
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Die leisen, nachdenklichen Töne kommen von Frank Damerius, der mit Cat Stevens „Father and Son“ Abschied nimmt von seinem Sohn. Michael Hochstrasser – Opfer der kosmischen Altersbeschränkung, denn ab 50 ist Schluss – singt melancholisch Cohens Ballade „Traveling Light“.
Die Bigband, eine spielfreudige Combo aus acht großartigen Musikern, bringt die Zeitreise durch den Pop mit Elementen von Swing, Jazz und Rock mitreißend und souverän herüber. Am Schluss gibt es Standing Ovations für Bettina Ostermeier und ihr soundstarkes Team. Klasse Entertainment mit viel Charisma.
Nürnberger Zeitung – Michaela Höher

GLÜCK GEHABT • GALA WIE ES EUCH GEFÄLLT • SHAKESPEARE  
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