EWIG JUNG • GEDEON

PREMIERE – DONNERSTAG, 12. MAI 2016

REGIE: KATHLEEN DRAEGER, MUSIKALISCHE LEITUNG: BETTINA OSTERMETER, AUSSTATTUNG: FRANZISKA EISENSEE, DRAMATURGIE: FRIEDERIKE ENGEL

Ich spiele mich selbst :O)
Foto © Marion Bührle


Zum Inhalt:
Wir befinden uns in einer noch einige Jahrzehnte entfernten Zukunft. Das Theater wurde geschlossen und, den Bedürfnissen der überalterten Gesellschaft entsprechend, zu einem zentral gelegenen Seniorenheim umfunktioniert. Vor allem ehemalige Schauspieler*innen verbringen hier gemeinsam ihren Lebensabend. Wann immer es die Oberschwester erlaubt, versammeln sie sich vor dem seit Jahren geschlossenen eisernen Vorhang und zeigen, was noch in ihnen steckt.

Besetzung:
Elke Wollmann (Schwester Regina), Bettina Ostermeier (Frau Ostermeier), Ruth Macke (Frau Macke), Josephine Köhler (Frau Köhler), Marco Steeger (Herr Steeger), Frank Damerius (Herr Damerius), Pius Maria Cüppers (Herr Cüppers)


Kritik:

Die Rechnung mit den singenden Rentnern ist aufgegangen: Stürmischen Applaus, ja Standing Ovations gab es bei der Premiere des Liederabends „Ewig Jung“ im Nürnberger Schauspielhaus. Gelacht werden darf viel, und auf allen Ebenen des körperlichen Verfalls.
Die einen mögen seufzen, die anderen – wir, das Publikum – dürfen lachen, Tränen lachen. „Ewig jung“, eine Revue über das Rentnerdasein ausgedienter Schauspieler, die sich zum gemeinsamen Musizieren versammeln, ist bis zur Schamlosigkeit unterhaltsam.Fast zwei Stunden lang hinkt, zittert und hustet sich das Nürnberger Ensemble in Hochform, füllt die Bühne mit entfesselter, ja enthemmter Greisenkomik (das muss nicht jedem gefallen) und singt dann auch noch zum Gallensteinerweichen gut (das muss jedem gefallen).
Kathleen Draegers Debüt im Schauspielhaus wird – so lässt sich Voraussagen – der Hit nicht nur dieser, sondern auch der nächsten Spielzeiten werden. Die junge Regisseurin macht aus der Vorlage von Erik Gedeon zwar auch kein Theaterstück, aber doch ein kleines Theaterfest für die kunstvoll auf alt getrimmten Akteure.
Frank Damerius lässt als Althippie – herrlich – den Joint generös kreisen und lach-weint selig vor sich hin. Wenn die heiße Luft unten wieder raus will, zupft er einfach am praktisch weiten Batik-Overall…
Dass Marco Steeger, tattrig im Schaukelstuhl, ihm aber dann in die „Imagine“-Nummer keucht, kann er gar nicht ab: ein Hahnenkampf, slapstickreif, weil samt Infusionsständer.
Ein bisschen Muppet-Show darf ja ruhig sein: Die Regie hat genug respektlosen Witz parat.

Das ist mal zum Schreien komisch, dann wieder voll Herz und zartestem Sentiment klug und zügig gemischt.
Klaus Kusenberg als Schauspielchef kann also stolz sein.
(Nürnberger Neueste Nachrichten)

IM WEISSEN RÖSSL • BENATZKY DIE SCHUTZBEFOHLENEN • JELINEK  
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