DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG • SHAKESPEARE

Zwischen 1991 und 2001 inszenierte ich am Hessischen Landestheater Marburg neben meiner Arbeit als Schauspieler auch regelmäßig.
Es entstanden in dieser Zeit 17 Inszenierungen der unterschiedlichsten Richtungen.
Ganz besonders gern habe ich für Kinder gearbeitet.
Die am Theater oft ungeliebten Weihnachtsmärchen waren immer auch eine Herausforderung für mich.
Neben diesen Stücken, waren es aber vor allem die Klassiker die mich interessierten.

Sehen sie sich einige Bilder meiner Inszenierungen an.
Lesen sie Kritiken und schauen Sie, welche Schauspieler die Rollen in diesen Stücken spielten.

Besetzung
Regie
Ausstattung
Dramaturgie
Assistenz
Frank Damerius
Klaus Weber
Anke Dersch
Melody Rosziewicz
Darsteller
Babtista
Katherina
Bianca
Petruccio
Grumio
Gremio
Hortensio
Vincentio
Lucentio
Tranio
Biondello, Musik
Witwe, Magister
Fred Graeve
Kerstin Westphal
Erika Spalke
Jochen Nötzelmann
Harald Schwamm
Peter Meyer
Peter Liebaug
H. Jürgen Keuchel
Thomas M. Held
Steffan Gille
Michael Boltz
Miriam Ternes

BILDER


KRITIK

Tempo, Witz und Ironie: Komödie sorgt für gute Laune
Frank Damerius bringt mit Stück von Shakespeare Leben in die Stadthalle

Oberhessische Presse 19.02.2001

Zum Abschied macht Frank Damerius seinem Marburger Publikum noch ein herrliches Geschenk: seine temporeiche und witzige Inszenierung von Shakespeares Komödie »Der Widerspenstigen Zähmung«.
„Es ist eben ein Shakespeare“, schreibt Regisseur Frank Damerius im Programmheft über die Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“. Damerius, der das Hessische Landestheater nach zehn Jahren am Ende dieser Spielzeit verlassen wird, hat einfach recht: Das Stück ist gut 400 Jahre alt, und noch immer können wir uns köstlich über die Auseinandersetzungen zwischen Petruchio und Katharina amüsieren – ein Shakespeare eben.
Leicht und beschwingt, voller Witz, Ironie und Tempo hat Damerius William Shakespeares beliebte Komödie inszeniert, die vermutlich 1593 bis 1595 entstanden ist. Da sich auch das Ensemble ausgesprochen spielfreudig präsentiert, ist in der Stadthalle gute Laune also programmiert.
Die übertrug sich am Freitagabend in der nahezu ausverkauften Stadthalle schnell auf das Premierenpublikum, das den Darstellern und den vielen Gags des Regisseurs immer wieder Szenenapplaus spendete. Der galt sicher auch den schönen Kostümen und der ebenso intelligenten wie optisch ansprechenden Bühnenlösung des Ausstatters Klaus Weber.
Weber hat ein umlaufendes Holzpodest entworfen, das sich in der Imagination des Zuschauers in Brücken, Balkone und Gassen der Stadt Padua verwandelt, wo Shakespeare seine Komödie angesiedelt hat. Den leicht ansteigenden Bühnenraum hat Weber mit riesigen weißen Stoffbahnen begrenzt, die stimmungsvolle Lichtspiele möglich machen.
Auf dieser Bühne soll die Widerspenstige gezähmt werden, die Kerstin Westphal mitreißend als selbstbewusste Furie interpretiert. Petruchio, den Jochen Nötzelmann ebenso gekonnt als polternden Macho zeigt, ist ihr nur vordergründig gewachsen. Am Ende steht der vermeintliche Sieger als armer Tropf auf der Bühne und weiß nicht recht, wie ihm geschieht. Zuvor hat Kerstin Westphal meisterhaft mit beißender Ironie den großen Schlussmonolog der Heldin vorgetragen, der zwar ihre Unterwerfung dokumentieren soll, dies aber mit jedem Wort in Frage stellt.
Eingebettet ist die eigentümliche Liebesgeschichte in eine Rahmenhandlung, in der gleich drei Männer um die Gunst von Katharinas Schwester Bianca (Erika Spalke) buhlen. Diese Rahmenhandlung trägt Züge eines frechen und derben Schwanks, die Damerius und die Darsteller mit Genuss betonen. Da stolzieren Peter Liebaug und Peter Meyer urkomisch als gescheiterte Ehemänner in spe über die Bühne, da wird Michael Boltz mal als armer Biondello über die Bühne geschubst, um gleich darauf das Geschehen auf der Bühne live mit Musik und Geräuschen zu begleiten. Und da versucht Lucentio (Thomas M. Held), als Hauslehrer bei seiner Angebeteten zu landen.
Damerius hat das Stück des wohl bedeutendsten Autors der Literaturgeschichte dramatisch gekürzt: So ist unter anderem das Vorspiel dem Rotstift zum Opfer gefallen. Doch der Inszenierung tut dies keinen Abbruch – ganz im Gegenteil: Diese Shakespeare-Interpretation macht Spaß und wird auch die Stadthalle füllen.

Schwungvoll: »Der Widerspenstigen Zähmung« in Marburg
Gießener Allgemeine Zeitung

Marburg (man). Es hat inzwischen schon Seltenheitswert, dass das Hessische Landestheater seinen Stammsitz am Schwanhof verlässt, um das Publikum möglichst zahlreich in das große Erwin-Piscator-Haus zu locken. Denn nichts ist deprimierender für ein Ensemble, als vor halb leeren Reihen in dieser nüchternen Stadthalle Marburgs zu agieren. Der jüngsten Produktion dürfte dieses Los aber wohl kaum widerfahren, denn schon nach der umjubelten Premiere ist klar: Diese Inszenierung wird ein Hit! Zum letzten Mal beweist Frank Damerius – er wechselt an die Städtischen Bühnen Nürnberg – hier an diesem Haus sein ausgezeichnetes Gespür für Timing, Tempo und Turbulenzen. Diese Zähmung der Widerspenstigen macht einfach Laune.

SOUNDPOOL DIE SCHLACHT • MÜLLER
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