DER SATANARCHÄOLÜGENIALKOHÖLLISCHE WUNSCHPUNSCH • ENDE

Zwischen 1991 und 2001 inszenierte ich am Hessischen Landestheater Marburg neben meiner Arbeit als Schauspieler auch regelmäßig.
Es entstanden in dieser Zeit 17 Inszenierungen der unterschiedlichsten Richtungen.
Ganz besonders gern habe ich für Kinder gearbeitet.
Die am Theater oft ungeliebten Weihnachtsmärchen waren immer auch eine Herausforderung für mich.
Neben diesen Stücken, waren es aber vor allem die Klassiker die mich interessierten.

Sehen sie sich einige Bilder meiner Inszenierungen an.
Lesen sie Kritiken und schauen Sie, welche Schauspieler die Rollen in diesen Stücken spielten.

 

Besetzung
Regie
Ausstattung
Assistenz
Frank Damerius
Axel Pfefferkorn
Anke Dersch
Darsteller
Maurizio
Jakob Krakel
Tanchen
Beelzebub
Teufel, St.Sylvester
Harald Schwamm
Dirk Fenzelau
Regina Welz
Ben Daniel Jöhnk
Roland Preuß

BILDER


KRITIK

Ein Kater und ein Rabe im Kampf gegen höllische Kräfte

Der Wunschpunsch“ enthielt auch einige gesellschaftskritische Zutaten
Lüdenscheid

Immer wieder knallt es. Stichflammen schlagen in die Höhe. Seifenblasen fliegen von oben herab. Kleine Zaubertricks werden vorgeführt. Lichteffekte tauchen die Szenerie in eine stimmungsvolle Atmosphäre. „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“, den das Landestheater Marburg am Donnerstag Nachmittag nach Michael Endes gleichnamigem Kinderbuch im Kulturhaus zusammenbraute, hatte es in sich. Mit geballter Aufmerksamkeit folgten die kleinen Zuschauer der spannenden Inszenierung. Um zum guten Schluß doch noch aufatmen zu können.
Denn atemberaubend blieb das Theaterstück wirklich bis zum Ende. Eines passte nahtlos zum anderen, um eine gruselige, fast faustische Atmosphäre zu erzeugen, im verschachtelten Labor des geheimen Zauberrats Prof. Dr. Beelzebub Irrwitzer (Ben Daniel Jöhnk) hingen Eiszapfen von der Decke, und in der Ferne sah man das Dorf unter einer Schneedecke schlummern. Er experimentierte, bewacht von einem Totenschädel, mit geheimnisvollen farbigen Gläsern und Substanzen. Als Sitzgelegenheit benutzte er einen umgebauten Sargdeckel.
Und so liebevoll detailliert wie das Bühnenbild, waren auch die Kostüme Schauspieler „gestaltet“; im wahrsten Sinne des Wortes: Irrwitzer trug einen grünen Haarbüschel auf dem kahlgeschorenen Haupt, dazu einen weiten Umhang und viel zu lange, spitze Schuhe. Seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl (Regina Weltz) hatte giftgrüne Haare und Socken und eine schwarz-gelb geringelte Bluse. Kater Maurizio die Mauro (Harald Schwamm) und Rabe Jakob Krakel (Dirk Fenselau), Spione vom Rat der Tiere, die sich als Gehilfen eingeschlichen hatten, sahen so knuffig aus, daß das junge Publikum sie sofort ins Herz schloß.
Doch nicht nur an der Ausstattung konnte man sich sattsehen. Auch die Handlung verlief derart spritzig, daß kaum eine Sekunde verging, in der nicht etwas Lustiges oder Überraschendes geschah; ob es der Ausflug in die vierte Dimension war, bei dem die beiden Zauberer in Form von Puppen in die Höhe gezogen wurden oder das Verstreuen von Hundertmarkscheinen auf der Bühne.
Gut kamen vor allem die vielen fetzigen Songs an. Besonders bei dem Lied, das Kater und Rabe dem heiligen Sylvester (Roland Preuss) in der Sylvesternacht sangen, tobte das Publikum. Aber die Zuschauer wollten die beiden Tiere ja auch so gut wie möglich bei ihrem Kampf gegen die bösen Kräfte der Hölle unterstützen.
Was ihnen ja auch gelang. Denn zum Schluß siegte das Gute.
Herrlich war natürlich auch die hintergründige Gesellschaftskritik, die in den Dialogen enthalten war. Wenn auch für die Kinder viel zu anspruchsvoll, so gab sie der Aufführung doch den letzten Schliff. Zum Beispiel fluchte der Zauberer „beim sauren Regen“ und die Hexe „bei der dünnen Dividende“. Im Symbol der Sylvesternacht als der Nacht des Jahres, in der die meisten guten Vorsätze gefaßt werden und die damit eine Chance für neue Freiheit von alten Fehlern ist, wurde klar: Wenn geldgierige Egoisten aufhören sollen, Gut als Böse zu verkaufen, damit Flüsse wieder sauber, Kinder wieder satt und Arten wieder geschützt sind, bedarf es vereinter Kräfte und eines makellosen moralischen Bewußtseins.
Daß die Kinder in der Vorstellung vom Donnerstag Nachmittag das hatten, merkte man schnell. Denn sie wußten genau, wann sie klatschen und wann sie „Buh“ rufen mußten. So gab es für Beelzebub Irrwitzer und Tyrannja Varnperl auch zum Schluß nur wenig Applaus. Was aber keine Strafe für schlechtes Spiel sein sollte, sondern der beste Beweis dafür war, daß die Mimen ihre Rollen.

PÜNKTCHEN UND ANTON • KÄSTNER DER REIGEN • SCHNITZLER
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