DER REIGEN • SCHNITZLER

Zwischen 1991 und 2001 inszenierte ich am Hessischen Landestheater Marburg neben meiner Arbeit als Schauspieler auch regelmäßig.
Es entstanden in dieser Zeit 17 Inszenierungen der unterschiedlichsten Richtungen.
Ganz besonders gern habe ich für Kinder gearbeitet.
Die am Theater oft ungeliebten Weihnachtsmärchen waren immer auch eine Herausforderung für mich.
Neben diesen Stücken, waren es aber vor allem die Klassiker die mich interessierten.

Sehen sie sich einige Bilder meiner Inszenierungen an.
Lesen sie Kritiken und schauen Sie, welche Schauspieler die Rollen in diesen Stücken spielten.

 

Besetzung
Regie
Ausstattung
Assistenz
Frank Damerius
Barbara v. Lukadu
Anke Dersch
Darsteller
Conferencier
Der Graf
Die Dirne
Der Soldat
Der junge Herr
Die junge Frau
Der Gatte
Das süße Mädel
Der Dichter
Die Schauspielerin
Frank Damerius
Fred Graeve
Beate Debiel
Ben Daniel Jöhnk
Dirk Fenzelau
Uta Eisold
Herbert Wandschneider
Noemi Gradwohl
Manfred Götting
Ingrid Heilmann

BILDER


KRITIK

Deftige Theaterkost im Spiel um Liebe, Triebe, Last und Lust
Marburger Schauspiel feierte gelungene Premiere mit Arthur Schnitzlers „Reigen“

Marburg. Das Marburger Schauspiel erobert sich die Herzen der Zuschauer zurück.
Über 400 Besucher sahen am Samstag die Premiere von Schnitzlers „Reigen“
Oberhessische Presse; Uwe Badouin

Es fließen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge. Wir wissen nichts von andern, nichts von uns; wir spielen immer, wer es weiß ist klug.“
Der Wiener Arzt Arthur Schnitzler machte keinen Hehl aus seiner Haltung zur Liebe. Sie sei nur ein Rausch und dürfe nicht ernst genommen werden.
Regisseur Frank Damerius, der zugleich als Conferencier durch das Stück führt, hat die Handlung im Wien der 20er Jahre angesiedelt. Sein „Reigen“ dreht sich in einem imaginären einem Cafehaus nachempfundenen Raum. Verbunden ist das Cafe mit der Außenwelt durch eine gläserne Drehtür. – Doch innen und außen verschmelzen miteinander wie in dem Traum, den Schnitzler beschwört. Verstärkt wird der Effekt durch Papierschnipsel, die fast permanent wie Schneeflocken auf die Bühne herabrieseln, eine beleuchtete Rampe, die aus einer Revue stammen könnte und einen, riesigen Spiegel, der der Bühne eine zusätzliche, unwirkliche Tiefe verleiht.
Die Marburger Inszenierung, bietet über zwei Stunden lang in erster Linie gute und amüsante Theaterunterhaltung, wobei Regisseur Frank Damerius und sein Ensemble auch vor drastischen Bildern nicht zurückschrecken. Aufgelockert wird das Gesellschaftsspiel durch witzige Regieeinfälle, Kinderreime vom Band oder Männer, die herbeieilen, einem der ihren die Waden massieren wie man es von Hochleistungssportlern kennt – weil er bei einer Geliebten im Bett versagt hat. Das Ensemble trägt mit offensichtlicher Spielfreude und einer geschlosssenen, konzentrierten Leistung das Seine zu einem gelungenen Theaterabend bei. Hervorzuheben ist auch das originelle Bühnenbild von Barbara von Lucadou.

„Das Karussell der Liebe dreht sich beschwingt im Takt“
Frank Damerius inszenierte Arthur Schnitzlers »Reigen« am Nordhessischen Landestheater in Marburg
Gießener Allgemeinen Zeitung, Marion Schwarzmann

Er ist nicht neu dieser Conferencier. Schon Max Ophüls hat ihn 1950 bei seiner legendären Verfilmung des Theaterstoffes von Arthur Schnitzler hinzugefügt: den »Spielführer«, der den Reigen der Liebe dirigiert. Frank Damerius hat geschickterweise diesen Part gleich selbst übernommen – so hat er auf der Bühne alle Fäden seiner eigenen Inszenierung in der Hand. In weißem Frack und mit Zylinder leitet er galant von Episode zu Episode über, greift immer wieder behutsam lenkend in das Geschehen ein. Er sorgt dafür, daß das Karussell der Liebe in Schwung kommt, nicht aus dem Takt gerät und sich stets im richtigen Rhythmus dreht. Eine amüsante, kurzweilige Fahrt durch den Jahrmarkt der Gefühle, Eitelkeiten und Begierden, deren Genuß man sich im Marburger Erwin-Piscator-Haus nicht entgehen lassen sollte.
Schon allein die Ausstattung von Barbara von Lucadou bezaubert: schlichtes Kaffeehausinterieur, begrenzt an der einen Seite von zarten, flatternden Stoffbahnen, durch die nicht selten heftig der eisige Wind einer abgekühlten Leidenschaft bläst. Dann und wann rieseln verträumt Schneeflocken herunter. Ein großer Spiegel, schräg von der Decke hängend, reflektiert das Treiben der Illusionen vom Glück und wird sich am Ende – das ist Damerius‘ gelungener Coup – gerade zum Publikum ausrichten, um diesem den Spiegel ihrer eigenen Gesellschaft deutlich vorzuhalten.
Intelligent und mit vielen effektvollen Ideen hat Frank Damerius dieses ehemals skandalumwitterte Stück für das Marburger Schauspiel neu ausgeleuchtet. Geschickt kalkuliert er die Phantasie der Zuschauer mit ein, vermeidet so offensichtlich Anstößiges, gibt niemals intime Zonen frei. Die Rechnung geht auf: Geradezu zugeknöpft versprühen die Akteure erotischen Charme, und harmlose Kinderlieder – zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt – erscheinen plötzlich in einem völlig anderen Licht.

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