DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN • KLEIST

PREMIERE – FREITAG, 12. DEZEMBER 2014

REGIE: BETTINA BRUINIER, AUSSTATTUNG: MAREILE KRETTEK/TERESA VERGHO, DRAMATURGIE: HORST BUSCH

von Heinrich von Kleist
Ich spiele Theobald Friedeborn; Georg von Waldstätten u.a.
Foto © Marion Bührle

Zum Inhalt:
„Ja, wenn wir den ganzen Zusammenhang der Dinge ein-sehen könnten, doch Anfang und Ende jeder Wissenschaft sind im Dunkel verhüllt; alles verweist auf etwas anderes.“ – So zitiert der ungarische Literaturwissenschaftler und Kleistspezialist László F. Földényi in seinem Buch „Im Netz der Wörter“ Heinrich von Kleist. Und so verweisen auch die Geschehnisse in Kleists märchenhaftem Ritterschauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ auf etwas anderes. Nichts in dieser traumhaften Welt ist so, wie es scheint. Die alte Ordnung ist zerfallen und eine neue noch nicht gefunden. Bestimmend für alle Figuren sind ihre Gedanken- und Gefühlsverwirrungen. Nur die Titelfigur, das Käthchen von Heilbronn, scheint Gewissheit zu haben, sie glaubt an die Wahrheit des Gefühls, traumversunken liebt sie ihren Ritter, den Grafen Wetter vom Strahl.
Doch was soll der Graf mit einem Mädchen, wo er doch in Kunigunde seine zukünftige Braut sieht? Nichts als Ärger hat er mit ihrer „hündischen Liebe“. Selbst vor einem Gericht muss er sich verantworten, weil der eifersüchtige und besorgte Vater auf Kindesentführung klagt. Doch auch freigesprochen kommt der Mann nicht zur Ruhe. Im Traum ist ihm ein Engel erschienen, der ihm die Hochzeit mit einer Kaiserstochter prophezeit hat. Ist es Kunigunde von Thurneck, oder vielleicht doch dieses Käthchen von Heilbronn?

Wem kann er vertrauen? Was ist die Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie soll er handeln, um Gewissheit zu bekommen? Im märchenhaften Ausgang wird die „Wahrheit im schönen Schein“ erkennbar.

Besetzung:

Daniel Scholz (Friedrich Wetter, Graf vom Strahl), Louisa von Spies (Kunigunde von Thurneck), Philipp Weigand (Gottschalk, Brigitte u. a.), Frank Damerius (Theobald Friedeborn; Georg von Waldstätten u. a.), Karen Dahmen (Käthchen, seine Tochter), Marco Steeger (Graf Otto von der Flühe; Ritter Flamberg; Eginhardt von der Wart u. a.), Stefan Lorch (Maximilian, Burggraf von Freiburg; Der Rheingraf vom Stein u. a.)


Kritik:

Warum liebt das Käthchen eigentlich so unabdingbar? Am Staatstheater Nürnberg hat die Regisseurin Bettina Bruinier eine ganz einfache und vollkommen einleuchtende Erklärung parat: Weil Kleist es so aufgeschrieben hat. Bruinier muss Kleists „Käthchen von Heilbronn“ wirklich lieben. Also das Stück. Und das ist wirklich bemerkenswert. […] Bei Bruinier gibt es keinen Quatsch, da ist alles ernst. Da gibt es […] ein sehr gut gemachtes Feme-Gericht, mit einem ergreifenden Vater Frank Damerius […], mit dem singenden Philipp Weigand als akustische Farbe im kargen Bühnenbild, mit dem Wetter-Grafen Daniel Scholz, der verblüffenderweise bald kaum weniger rast als das Käthchen. Bruinier stellt zwei Liebesmodelle aus, das trotzig zusammengetackerte Schönheitskonstrukt Kunigunde (Louisa von Spies) und das reine Gefühl, vielleicht erhaben, vielleicht nervig […].
Kritik Süddeutsche Zeitung

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